Interview HelpAge mit Mathias Hornung

Der Berlin Marathon steht vor der Tür. Mit dabei, wie jedes Jahr, die Läufer von “Jede Oma zählt”. Auch Lutz Molitor unterstützt als aktiver Läufer die Hilfsorganisation seit mehreren Jahren. In einem Interview mit Mathias Hornung, Referent für Fundraising und Öffentlichkeitsarbeit bei HelpAge, wird uns mit “Jede Oma zählt” ein Einblick in einen ganz besonderen Charity-Programm und der Verbindung zum Laufsport gegeben.

 

 

Mathias, HelpAge unterstützt nun schon seit 2005 ältere Menschen in Afrika. Unter dem Leitmotiv “Jede Oma zählt” hat sich eine ganz spezielle Förderungsmöglichkeit entwickelt. Was kann man sich unter “Jede Oma zählt” vorstellen?

 

„Jede Oma zählt“ ist erst mal als Begriff sehr einprägsam und das soll auch die damit verbundene Kampagne sein, denn mit den eingenommenen Spendengeldern aus vorwiegend Laufveranstaltungen werden Großmütter/Enkel-Projekte im südlichen Afrika unterstützt. In Tansania werden in den Projekten Kwa Wazee und Musa mit den Geldern kleine monatliche Renten an die Großmütter ausgezahlt und damit sichergestellt, dass sie ihren aidswaisen Enkelkindern eine Grundversorgung geben können und der Schulbesuch für die Enkel gesichert ist. Mit einer monatlichen Rente in Höhe von 5 € kann man sich eine Großmutter in Tansania schon mit dem Notwendigsten versorgen. Ein staatliches Rentensystem, so wie wir es kennen, gibt es dort nicht.

 

Wie werden die Menschen vor Ort unterstützt?

 

Wie schon erwähnt, ist es die notwendige finanzielle Unterstützung der afrikanischen Großmütter mit der kleinen monatlichen Rente, aber auch Aufklärungsarbeit zum Thema HIV/Aids, zum Thema Rechte alter Menschen und natürlich psychosoziale Betreuung.

 

Wer hatte die Idee von “Jede Oma zählt” und wie entstand die Verbindung zum Laufsport?

 

Die Idee ist vor etwa 8 Jahren entstanden. Der Geschäftsführer und Gründer von HelpAge Deutschland, einer entwicklungspolitischen Hilfsorganisation, Lutz Hethey, ist begeisterter Läufer und traf bei seinen Trainingsläufen immer wieder auf drei Läufer, die sich, nachdem er sie angesprochen hatte, als laufende Pastoren aus verschiedenen Osnabrücker Kirchen outeten. Gemeinsam entstand der Plan sich auf dem Afrikanischen Kontinent zu engagieren und „laufend“ dort besonders alte Menschen zu unterstützen. Laufen und helfen passt einfach großartig zusammen!

Da der Begriff Großmütter für den hiesigen Sprachgebrauch aber zu sperrig war, entschied man sich die Kampagne „Jede Oma zählt“ zu nennen. Und bei diesem Namen ist es bis heute geblieben. Der Name ist einprägsam und gleichzeitig positiv besetzt. Wir sind immer noch begeistert von ihm!

 

 

Kann jeder bei “Jede Oma zählt” mitmachen? Wie verläuft eine solche Spendenaktion?

 

Es kann natürlich jeder eine Aktion der Kampagne „Jede Oma zählt“ unterstützen. Es beginnt schon damit, dass man auf der Spendenseite von HelpAge mit einer Spende die Arbeit des gemeinnützigen Vereins unterstützt, aber auch sich als Freiwilliger bei einer Laufveranstaltung oder einem anderen Event wie der Fahrrad-Messe oder bei der Wochenmarkt-Aktion anmeldet und hilft.

Wer eine Lauf-Spenden-Aktion wie z.B. die beim Berlin Marathon unterstützen möchte, kann sich bei HelpAge melden und wird mit einer Online-Spenden-Box ausgestattet, mit der der Läufer bei Freunden, Bekannten und Verwandten um Spenden bittet. Sind 10 € pro Marathon-Kilometer gesammelt, bekommt der Läufer einen Startplatz von HelpAge in Berlin geschenkt.

 

 

Du bist für jegliche Laufveranstaltungen bei Helpage zuständig. Bei welchen Laufveranstaltung sind die “Omas” im Jahr anzutreffen? Wie viele Unterstützer bzw. Läufer gibt es jährlich? 

 

Ja, die Laufveranstaltungen werden von mir federführend organisiert, jedoch kann ich mich auf die Mithilfe unseres HelpAge Büro-Teams und auf viele freiwillige „Oma“-LäuferInnen verlassen.

Die Omas organisieren selbst den Haster Volkslauf, den Firmen-Team-Lauf am Rubbenbruchsee und den Osnabrücker 6 h Lauf. Weiterhin sind die „Omas“ Charity Partner beim Berliner Halbmarathon und beim BMW Berlin Marathon.

Jährlich werden wir von mehreren Hundert LäuferInnen unterstützt. Viele begleiten und unterstützen uns über Jahre! So auch das Schuh und Sporthaus Molitor und seine Inhaber Lutz und Dirk Molitor. Dafür sind wir und die afrikanischen Großmütter Lutz und Dirk Molitor sehr dankbar.

 

Ein Marathon erfordert viel Training und Disziplin. Wie schafft ihr es euch jedes Jahr gegenseitig zu motivieren?  Was ist dein persönliches Anliegen für Helpage und “Jede Oma zählt” zu laufen?

 

In erster Linie soll uns das Laufen Spaß machen. Und das macht es in einer Gruppe Gleichgesinnter allemal. Wenn wir das auf noch mit einem guten Zweck verbinden können, ist es Motivation genug, es jedes Jahr wieder zu tun. Ich persönlich habe durch das Laufen für und mit HelpAge so viele tolle Menschen kennen gelernt, die sich immer wieder für die Belange alter Menschen in den Transformationsländern einsetzen, dass es mir ein Anliegen ist, mit diesen Menschen „laufend“ Gutes zu tun.