Läuferphilosophie

Motivation zum Laufen kann vielfältig sein. Manche streben nach Immer wieder neuen Bestzeiten, wollen Siege erringen, möglichst viele Läufe absolvieren oder besonders außergewöhnliche Läufe bestehen. Aber auch nicht leistungsorientierte Ziele werden genannt, wie z.B. den Kopf frei bekommen wollen, abschalten, die Natur genießen, Kraft tanken für den Berufsalltag.

 

Welchen Stellenwert hat Laufen in der persönlichen Work-Life-Balance? Bence Nanay, Professor der Philosophie an der Uni Antwerpen, hält die Frage nach dem Gleichgewicht von Arbeit und Freizeit für zu  oberflächlich. Er stellt die Frage nach der Balance zwischen Aktivitäten, mit denen wir ein ehrgeiziges Ziel erreichen wollen- er nennt es eine Trophäe gewinnen-, und Dingen, die wir einfach nur um ihrer selbst willen tun. Weil sie uns Spaß machen. Aktivitäten,  bei denen es um den „Prozess“ selbst geht und nennt dieses Gleichgewicht Trophy-Process-Balance. Es lohnt sich die Frage nach der persönlichen Trophy-Process-Balance. Laufen kann zu beidem gehören.

Für Dieter Bauman Olympiasieger über 5000m  im Jahr 1992 (https://www.youtube.com/watch?v=JD8g1t_zZZI) ist laufen mehr als Trophäensammeln: „Laufen ist der einzige Sport, bei dem Sie auch nichts erleben können, gar nichts – und das ist wunderbar. Die Zeit steht still; das ist ein Hochgenuß in einer Welt, in der die Zeit rast. Nirgendwo sonst als beim laufen haben Sie derart den Eindruck, angekommen zu sein. Nur dann sind Sie ganz bei sich.“